Wenn Facebook ein Ort wäre, dann wäre es für mich mittlerweile ein Ort der Feindseligkeit, des Misstrauens und der Hetze. Ein düsterer Ort, den man lieber meiden möchte. Mittlerweile, denn früher war Facebook für mich ein Ort, an dem ich alte Freunde getroffen habe. Wir haben Erinnerungen aufleben lassen und Gedanken ausgetauscht. Es gab eine Vielfalt an Menschen und an Meinungen, die allesamt gehört und respektiert wurden. Heute fühle ich mich fast jedes Mal missverstanden, sobald ich meine Meinung äußere. Schnell stecke ich in einer gesellschaftlichen Schublade, aus der ich nur mit einer Ladung an Argumenten rauskomme, und dann hört keiner mehr zu. Facebook ist ein wechselhafter und wahnsinnig schneller Ort geworden. Immer wenn ich ihn besuche, rauschen Schlagzeilen und Oberflächlichkeiten neben Ideologien und Weltverbesserungsideen an mir vorbei. Abends schwirrt mir dann so sehr der Kopf voller Botschaften, dass ich meine eigene Gedanken nicht mehr höre. Im Grunde höre ich gar nichts mehr, auch nicht Stille. Es ist einfach nur laut.

Es dreht sich das Gedankenkarussell

Im Buddhismus sowie im Yoga gibt es einen Begriff der „Monkey Mind“ heißt, sinnbildlich für die vielen Gedanken, die uns, wie herumspringende Äffchen, ständig antreiben und von uns selbst ablenken. Dabei dreht sich das Gedankenkarussell immer schnell, ohne Aussicht auf ein Ende. Es liegt einzig an uns, dieses Karussell anzuhalten und die Äffchen im Kopf zu vertreiben. Wie? Indem wir dem Ganzen keine Aufmerksamkeit mehr schenken.

Klingt eigentlich einfach, oder?

Ich persönlich merke, dass ich meine Gewohnheiten ändern bzw. so arrangieren muss, dass ich überhaupt die Möglichkeit finde, Ruhe zu erfahren. Dabei geht es gar nicht so sehr um das WAS man machen kann, um Ruhe zu finden (spazieren im Wald, Yoga, kochen, ein Lieblingsbuch lesen, Muster malen, meditieren, nichts…um nur ein paar Beispiele zu nenne), sondern viel mehr darum DASS MAN ES MACHT.

Aktion „aparigraha“: VorgehenAussortieren und Digitalfasten

Ich persönlich brauche, bevor ich etwas grundlegend verändere, einen Plan. Mir hilft es strukturiert vorzugehen und mich selbst auf diese Art und Weise Stück für Stück an die Veränderung heranzutasten. Ein Schritt, den ich bereits 2016 das erste Mal gegangen bin und seitdem regelmäßig verfolge, ist das Ausmisten. Anfangs war es noch eine große Aktion, die hier im Blog als Serie aparigraha dokumentiert habe, während das Aussortieren heute zur selbstverständlichen Gewohnheit geworden ist. Zwei Jahre zuvor hat mich das Thema Digitalfasten fasziniert und bis heute nicht losgelassen. Warum? Da es einer der größten Gegensätze in meinem Leben ist. Beruflich bin ich jeden Tag in der digitalen Welt unterwegs, berate meine Kunden, wie sie sich dort am Besten darstellen und teile ihre Inhalte in den sozialen Medien. Ich habe Spaß daran positive Lösungen und nachhaltige Projekte in die Welt zu tragen. Vielleicht auch um ein Gegengewicht zu der affektierten Glitzerwelt zu schaffen. Gleichzeitig komme ich immer wieder in Versuchung mir die ganze digitale Welt anzusehen und mich ablenken zu lassen, von Glaubenssätzen, Scheinwelten und Szenarien, die alle im Grunde nur virtuell sind.

Warum ich mich verabschiede

Mittlerweile muss ich unter der Vielzahl der Beiträge über Corona schon förmlich nach dem suchen, was mich interessiert. Ich selbst erreiche kaum noch jemanden mit dem was ich in meinem Reiseblog oder mit meiner Arbeit zu berichten habe. Der Ton untereinander ist mehr feindlich als freundlich, als würden sich die Menschen auf der Straße nur noch anschreiben.

Wo Du mich findest

Und ja: ich habe etwas zu sagen und tue es nach wie vor, doch nur da wo es Sinn macht und nicht mehr privat. Du kannst selber entscheiden, ob Du es lesen möchtest oder nicht. Mich persönlich triffst Du in meinem Heimatort, in Köln und gelegentlich auch in Düsseldorf. Vielleicht hast Du ja auch meine Telefonnummer und rufst mich an. Verrückte Idee oder? Ich bin auf jeden Fall noch da, wo man real sein kann, nämlich im Hier und Jetzt, und ich freu mich Dich dort zu treffen.

Wenn Du mich weiter begleiten möchtest, findest Du mich und meine Arbeit auf www.rundumbewusst.de, und natürlich weiterhin bei Instagram und Facebook. Über Gedanken wie diese schreibe ich in meinem Blog, und über meine Reisen bei Landlinien. Du kannst mir auch direkt schreiben an oder mir ein Kommentar unter dem Artikel lassen. Darüber freue ich mich.

Bis bald, außerhalb von Facebook.