Eines der ersten Dinge, die ich beim Yoga gelernt habe, ist durch die Nase zu atmen. Atemübungen werden im Yoga auch als „pranayama“ bezeichnet. Dabei wird „prana“ mit dem Begriff „Lebensenergie“ übersetzt. Man kann sich vorstellen, dass dort, wo ich hin atme, auch meine Aufmerksamkeit ist, und somit die Energie. Eine Technik, die sich besonders gut für Einsteiger eignet, ist die tiefe Bauchatmung. Dafür legt man sich auf den Rücken, sitzt aufrecht oder steht still, und legt beide Hände auf den Bauch. Die Atmung fließt durch die Nase ein und aus, und wird mit jedem Atemzug Richtung Bauch vertieft. Gerne kann man dabei die Augen schließen, eintauchen und mindestens fünf, gerne mehr Atemzüge nehmen.

Tiefe Bauchatmung für mehr Gesundheit

Die tiefe Bauchatmung hilft, das Lungenvolumen zu weiten, und durch die Bewegung des Zwerchfells die Bauchorgane zu stimulieren. Nicht unwichtig, wenn man bedenkt, dass bei der flachen Brustatmung – zu der viele tendieren – Starre im Bauchraum herrscht. In der Osteopathie bringt man starre, unbewegliche Organe, wie z.B. die Nieren, in Verbindung mit Schulter- und Nackenschmerzen. Will heißen: Wer sich darin übt, tief in den Bauch zu atmen, lebt ganzheitlich gesünder.

Auf der mentalen Ebene hilft die geführte tiefe Atmung dabei, die Gedanken und den Geist zur Ruhe zu bringen. Jeder von uns wird es kennen, dass wenn man mitten im Stress tief durchatmet, man sich danach leichter fühlt und wieder klarer denken kann. Und warum durch die Nase?

„Yoga für unterwegs“ beim Green Blogger Meetup (Foto © von Kosta Kosta)

Warum Nasenatmung so wichtig ist

Die Nase, die Nasennebenhöhlen und der Rachen sind von Natur aus darauf ausgerichtet die äußere Luft vorzubereiten, BEVOR sie in die Lunge trifft. Einer der wichtigsten Funktionen ist dabei, die hereinströmende Luft zu filtern. Die entscheidende Arbeit leisten die Schleimhäute, welche Pollen, Bakterien, Viren, Pilze und Schadstoffe binden und mit der Ausatmung wieder aus unserem Körper hinausbefördern. Außerdem wird die oft trockene Luft, gerade in geschlossenen Räumen oder bei Heizungsluft, befeuchtet und angenehm für unser System erwärmt. Wollen wir unser Immunsystem schützen, dann ist die Atmung durch die Nase unser erster, natürlicher Schutz.

Eine weitere Yoga-Übung, die das tiefe Atmen fördert: der Schultergruß

Eine weitere Yoga-Übung, die das tiefe Atmen fördert: der Schultergruß

Entscheidender Vorteil: mehr Sauerstoff

Die Atmung durch die Nase führt zu einer höheren Sauerstoffsättigung im Blut, etwa 10 bis 15 %. Das hat zur Folge, dass unser Blut stärker mit Sauerstoff angereichert wird und folglich die Organe besser versorgt werden. Der entscheidende Grund dafür ist das Stickstoffmonoxid (NO), welches nur in den Nasennebenhöhlen gebildet wird, und eben nicht im Mundraum. Mehr Sauerstoff im Blut, das in den Organe weiter transportiert wird, wirkt entspannend auf unser Nervensystem und hemmt langfristig Entzündungen im Körper.

Atmen mit Maske… einschränkend

Um so weniger verstehe ich, wie Menschen aktuell in Zeiten von Corona die Mund-Nasen-Bedeckung freiwillig an der frischen Luft tragen. Noch absurder wird es für mich, wenn sie dabei auf dem Fahrrad fahren oder joggen … alles schon erlebt. Durch das permanente Tragen der Maske atmen wir mehr CO2 (Kohlenstoffdioxid) und weniger Sauerstoff ein. Der Mangel von Sauerstoff im Blut kann zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen. Auch die Ansammlung der Feuchtigkeit unseres Atems in der Maske ist der beste Nährboden für Bakterien. Also genau das, was man eigentlich vermeiden möchte. Um so wichtiger ist es, sich als Ausgleich so viel wie möglich Sauerstoff zu „schenken“. Und nicht nur als Ausgleich, sondern maßgeblich um gar nicht erst krank zu werden.

Deshalb: Tu Dir und Deiner Gesundheit einen Gefallen und atme frei durch die Nase, wann immer Du kannst, und vor allem an der frischen Luft.

Ich bin kein Mediziner oder Lungenexperte und beziehe mich in diesem Artikel auf Erfahrungen und Quellen wie der Lungenliga. Mir geht es nicht darum, eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Mund-Nasen-Schutz zu starten, sondern darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, durch die Nase zu atmen. In diesem Sinne: gutes Atmen!

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